Zum Start des neuen Schuljahres 26/27 fordert der grüne Oberbürgermeister-Kandidat Jens Hortmeyer eine grundlegende Kehrtwende bei der Wolfsburger Schülerbeförderung und ein Ende des jährlichen Bürokratie-Wahnsinns im Rathaus.
Nach der aktuellen Satzung der Stadt Wolfsburg bekommen Schüler*innen eine kostenlose Sammel-Schülerzeitkarte erst ab einer Mindestentfernung zur Schule: In den Klassen 1 bis 6 ab 2 Kilometern, ab Klasse 7 sogar erst ab 3 Kilometern. Wer zum Schulstart auch nur wenige Meter zu nah an der Schule wohnt, muss die Fahrkarte komplett selbst bezahlen.
Hortmeyer will diese starren Grenzen komplett abschaffen und das kostenlose Ticket für alle Schüler*innen einführen – unabhängig von der Entfernung und durchgängig bis zum Abitur oder Berufsabschluss.
„Es darf für die Unterstützung keinen Unterschied machen, ob Jugendliche in der 10. Klasse sind oder in der Oberstufe fürs Abi lernen – der Schulweg muss für alle kostenlos sein und darf Familien nicht finanziell belasten“, betont Hortmeyer.
Es sei niemandem mehr zu vermitteln, warum der Bus für die eine Person gratis ist, während die Nachbarn für dieselbe Strecke zahlen müssen, nur weil sie ein paar Meter zu nah an der Schule wohnen. Mit der Einführung des Deutschland-Tickets, welches von den wenigsten Schüler*innen außerhalb der Schulbeförderung genutzt wird, ist das Ungerechtigkeitsempfinden bei den ausgeschlossenen Schüler*innen weiter gestiegen.
Dass diese Maßnahme die Stadtkasse sprengen würde, verweist der OB-Kandidat in das Reich der Mythen. Allein durch die Umwidmung der ausgegebenen Deutschlandtickets zu Regionaltickets ließe sich mit demselben Geld die Zahl der finanzierbaren Tickets von 6.000 auf 12.000 verdoppeln. Zudem spart die Neuregelung erhebliche Verwaltungskosten ein. Aktuell prüft der Geschäftsbereich Schule bei jedem einzelnen Antrag aufwendig den kürzesten sicheren Fußweg digital und manuell. Diese zeitintensive Bürokratie fällt künftig komplett weg. Zudem könnte ein Ticketing durch Anerkennung der Schüler*innen-Ausweise der Schulen eingespart werden. Die Kapazitäten auf den Schulbuslinien sind zum Schulstart bereits vorhanden.
Gleichzeitig ist das Ticket für alle Schüler*innen ein direkter Beitrag zum Klimaschutz und zur Sicherheit: Wenn der Bus für alle Jugendlichen kostenfrei nutzbar ist, entfällt eine Begründung für die täglichen Elterntaxis an den Schulen, die allmorgendlich ein großes Sicherheitsrisiko darstellen.
„Die Zustände an einigen Schulen sind chaotisch. Hier können wir mit den anderen Akteuren im Verkehrsverbund der Region Braunschweig ein klares Zeichen für Nachhaltigkeit in unserer Region setzen.“, so Hortmeyer.